Dienstag, 23. Februar 2010

Tokio Hotel feiert Europatournee-Premiere in der Rockhal

Glanz vergangener Alben / Nur 4 000 Tickets verkauft / Fans bereiteten ohrenbetäubenden Empfang

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(ham) - Es war der Moment der Wahrheit, der Augenblick, auf den die 4 000 überwiegend weiblichen Fans lange gewartet hatten. Manche hatten Schnee und Regen getrotzt, Gesundheit und Hygiene vernachlässigt und tagelang vor der Rockhal ausgeharrt, nur um in diesem einen Augenblick ganz vorne dabei zu sein, wenn ihre Lieblinge nach einjähriger Pause wieder die Bühne betreten. Genau das taten Tokio Hotel am Montagabend unter ohrenbetäubendem Gekreische, als um 20.45 Uhr in der Rockhal der Startschuss für ihre große Europatournee fiel.

So groß die Begeisterung auch bei den Anwesenden war, so waren die Ticketabsätze im Vorfeld der „Welcome to Humanoid City“-Tournee allerdings deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Denn: Ausverkauft konnte bislang noch keine Halle vermelden. Auch nicht die Rockhal, wo trotz des Tour-Auftakts gestern Nachmittag bei einem Fassungsvermögen von 6 500 Menschen gerade mal 4 000 Tickets über die Theke gewandert waren.
Erwachsen
Der Stimmung in der Rockhal tat dies keinen Abbruch. Als um 20.45 Uhr das Licht erlosch und über der Bühne eine überdimensionale Sphäre erschien, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Ohrenbetäubendes Kreischen erfüllte die Rockhal, als der androgyne Frontmann von Tokio Hotel, Bill Kaulitz, vor einem steam-punk-post-apokalyptischen Bühnenbild die ersten Worte von „Komm“ anstimmte und in einem Sci-Fi-Designer-Outfit von „Dsquared2“ (die gleich fünf Bühnenoutfits für die neue Show geschneidert haben) der Sphäre entglitt.

Das imposante Bühnenbild und die aufwendige Lichtshow konnten aber nicht über vor allem in der Anfangsphase vorhandene Schwächen hinwegtäuschen, die durch eine gewisse Trägheit bei den Protagonisten noch verstärkt wurden. Vor allem der Frontmann, dessen Stimme von der Soundtechnik kaum Unterstützung erfuhr, bewegte sich kaum von der Stelle.

Gefeiert wurden in der Rockhal vor allem die Hits vergangener Alben – was bei den mageren Verkaufszahlen des jüngsten Albums „Humanoid“ vorhersehbar war. Tatsächlich wollten sich die Musiker aus Magdeburg – die im Gegensatz zu einem Großteil ihrer Fans das Teenageralter hinter sich gelassen haben – auf dem neuen, dunkler klingenden Album von ihrer erwachsenen Seite zeigen. Dabei sind solche Experimente schon ganz anderen Künstlern zum Verhängnis geworfen. Vielleicht machen Tom, Bill, Gustav und Georg gerade deswegen derzeit weniger mit ihrer Musik Schlagzeilen als mit Skandalen und Mode-Defilees.
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©wort.lu

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